Das Stadtlabor “Manifest für Sterzing” ist das Herzstück des Euregio-Museumsjahr-Projektes des Stadt- und Multschermuseums Sterzing “Mitmischen! Ma come?” zu den 500 Jahren Bauernkrieg und somit zum Sterzinger Bauernführer Michael Gaismair. Er verfasste 1526 eine Tiroler Landesordnung, die als eine der wichtigsten Reformprogramme des Bauernkrieges gilt und für Tirol eine egalitäre Republik mit einem detaillierten Plan für ein Sozialsystem und eine Reform in Landwirtschaft, Industrie und Handel vorsah. Gaismairs Landesordnung hat in Zeiten größer werdender sozialer Ungerechtigkeiten nichts an ihrer Sprengkraft verloren und diente der Stadtlabor-Gruppe als Inspiration, um an den Veränderungen im Heute und fürs Morgen zu arbeiten. Eine Gruppe von 32 Bürger*innen hat sich im März 2025 zusammengefunden, um gemeinsam vom Schimpfen ins Handeln zu kommen und somit das Leitmotiv von “Mitmischen! Ma come?” in die Tat umzusetzen.
Ablauf:
- 1. Treffen - 20. März - Vinzenz - Zum feinen Wein
Auftakt mit Einführung zur Landesordnung von Michael Gaismair vonseiten des Historikers Josef Prackwieser
Im Anschluss wurden die Themen der Arbeitsgruppen festgelegt.
- 2. Treffen - 09. April - Cafè Rose
Bürger*innen beginnen in Gruppen zu arbeiten; sie legen ihre Grundanliegen für ihren Arbeitsbereich fest.
- 3. Treffen - 6. Mai - Posthotel Lamm
Gruppen beginnen neben einer Vision auch ein konkretes Projekt auszuarbeiten.
- 4. Sommertreffen - 22. August - Stadtbibliothek Sterzing
Führung durch die Ausstellung “Den Aufstand proben” im Stadt- und Multschermuseum
Anschließend wird in den Gruppen in der Stadtbibliothek Sterzing weitergearbeitet.
- 5. Treffen - 06. Oktober - Hotel Restaurant Lilie
Vortrag von Alexander Nitz - Geschäftsführer der b*coop Brixen
Abschluss der Arbeiten in den Gruppen
- 6. Treffen - 07. November - Stadttheatercafé
Genehmigung des Manifests im Plenum
- 7. Treffen - 10. Dezember - Vigil-Raber-Saal Sterzing
Öffentliche Vorstellung des “Manifests für Sterzing”
Der partizipative Prozess im Rahmen des Sterzinger Stadtlabors hat es sowohl den Moderator*innen David Hofmann und Karin Hochrainer als auch den Teilnehmenden ermöglicht, vollkommen frei zu arbeiten. Es galt nicht, ein Dokument auszuarbeiten, das irgendeiner Form gerecht werden musste, sondern es eröffnete sich die Möglichkeit, ein Manifest auszuarbeiten, das im und mit dem Prozess entstehen durfte. Der Fokus lag dabei von Anfang an auf der Aktion, dem Handeln, also auf dem Versuch von Ideen, Forderungen und Visionen, in konkrete Vorschläge zu kommen, um diese gemeinsam mit der Gemeinde und anderen Einrichtungen in die Umsetzung zu bringen.
Gleichzeitig waren die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich auf einen Prozess einzulassen, in dem es nicht nur darum geht, etwas zu produzieren, sondern vor allem auch darum, Perspektive zu wechseln, gemeinsam zu denken und auch mal keine Lösung zu finden.
Das Stadtlabor wollte vor allem auch einen Raum für Selbstwirksamkeit bieten, die es aktuell so oft wie möglich zu erleben gilt, um den sich häufenden Momenten von Ohnmacht und Überforderung begegnen zu können. Gemeinsam zu denken, sich auszutauschen, über den Tellerrand zu blicken, macht Mut und stärkt uns als Gemeinschaft. So ist dieses Stadtlabor eine weitere Einladung des Projektes “Mimischen! Ma come? gewesen, sich mit Themen wie Gerechtigkeit und Mitbestimmung auseinanderzusetzen – und selbst mitzumischen.
Dieser Einladung ist das Stadtlabor gefolgt und alle Beteiligten haben sich weit über die Arbeitstreffen hinaus für ihre Projekte und Themen engagiert.
Vielen herzlichen Dank für euren Einsatz!!
Manifest für Sterzing
Das Projekt “Mitmischen! Ma come?” wird getragen vom Stadt- und Multschermuseum Sterzing gemeinsam mit lokalen Vereinen, finanziert durch die Autonome Provinz Bozen – Südtirol, die Gemeinde Sterzing und private Sponsoren und ist Teil des Euregio-Museumsjahres 2025.